Wie arbeiten wir auf Social Media? (Teil 3 von 5: Community)
Die ersten Ideen sind da, das Team hat Lust – und dann frisst das Tagesgeschäft alles auf. Warum Social Media kein Feierabend-Hobby sein darf, wie ihr mit agilen Kanban-Boards aus der Produktion Struktur ins Marketing bringt und das Freigabe-Nadelöhr in der Chefetage abschafft.
In den ersten beiden Teilen unserer Serie haben wir die Strategie geklärt und dem Team die Angst vor der Kamera genommen. Das Smartphone liegt bereit, die ersten Ideen sprudeln. Doch genau an diesem Punkt sterben in vielen KMU die besten Vorsätze. Warum? Weil das Tagesgeschäft zuschlägt. Wenn der Hof voller Kunden steht oder die Maschinen stillstehen, fällt der geplante Social-Media-Beitrag als Erstes hinten runter. Die Realität: Posts entstehen hektisch abends auf der Couch oder werden an den Praktikanten delegiert, der das „mal eben nebenbei“ machen soll. Das ist keine nachhaltige Strategie.
Corporate Influencer brauchen Zeitbudgets, kein Feierabend-Hobby
Mitarbeitende, die aus dem Betriebsalltag berichten, sind sogenannante Corporate Influencer. Sie sind das glaubwürdigste Aushängeschild, das ein Unternehmen haben kann. Aber dieses Engagement darf kein unbezahltes Hobby nach Feierabend sein.
Wenn die junge Projektleiterin oder der erfahrene Meister stellvertretend für das Unternehmen auf LinkedIn oder Instagram aktiv sind, ist das Arbeitszeit. Wer Social Media als Prozess im Betrieb etablieren will, muss Ressourcen freigeben. Das bedeutet ganz konkret: Feste Zeitbudgets im Kalender. Wenn der Donnerstagvormittag für zwei Stunden geblockt ist, um Beiträge vorzubereiten, dann ist das genauso verbindliche Arbeitszeit wie eine Teamsitzung oder ein Kundentermin.
Von der Produktion lernen: Das Social-Media-Kanban
Um diese reservierte Zeit effizient zu nutzen, brauchen wir keinen komplexen Redaktionsplan in Excel, den ohnehin niemand pflegt. Wir bedienen uns einfach an agilen Methoden, die in vielen Produktionsbetrieben längst Standard sind: dem Kanban-Board.
Ob als analoges Whiteboard mit Post-its im Pausenraum oder als digitales Board – das Prinzip ist denkbar einfach. Wir arbeiten in Spalten:
- Ideen-Speicher: Hier landet alles (das lustige Foto vom Messestand, die fachliche Frage eines Kunden).
- In Bearbeitung: Wer im Team gerade Zeit hat, zieht sich eine Karte und formuliert den Beitrag.
- Freigabe: Vier-Augen-Prinzip im Team.
- Gepostet: Erledigt.
Dieses System macht die Arbeit transparent. Das ganze Lab-Team sieht sofort, wo es klemmt und wer gerade Unterstützung braucht.
Das Nadelöhr der Freigaben abschaffen
Ein Kanban-Board funktioniert allerdings nur, wenn der Prozess fließen kann. Der größte Stau entsteht meist in der Spalte „Freigabe“. Wenn der Geschäftsführer jeden einzelnen Beitrag gegenlesen und absegnen muss, bevor er online geht, bremst das die Agilität komplett aus.
Hier ist Vertrauen gefragt. Die Freigabe sollte im Team durch ein simples Vier-Augen-Prinzip gelöst werden. Die Azubine liest den Text des Meisters Korrektur und umgekehrt. Das beschleunigt nicht nur den Prozess, sondern fördert auch den Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis.
Agile Arbeitsweisen mit INQA etablieren
Das Einführen von Kanban-Boards, das Freischaufeln von Zeitbudgets und der Abbau von Kontrollhierarchien bei den Freigaben – all das sind tiefgreifende Veränderungen in der Zusammenarbeit. Das ist klassische Organisationsentwicklung. Im Rahmen des INQA-Coachings (mit bis zu 80 Prozent Förderung für KMU) begleiten wir euer Lab-Team genau bei diesen Schritten. Wir sorgen dafür, dass agile Methoden nicht nur auf dem Papier existieren, sondern reibungslos im Arbeitsalltag ankommen. So wird Social Media von einer chaotischen Nebensache zu einem verlässlichen Prozess.