Abschied vom Werkzeug-Denken: Warum die Zusammenarbeit mit KI eine Gratwanderung ist
KI ist kein simpler Hammer, den man nach der Arbeit weglegt. Warum wir umdenken müssen, um im digitalen Alltag nicht die Kontrolle zu verlieren.
Wir sprechen ununterbrochen über KI, doch ein Begriff führt uns in die Irre: das „Werkzeug“. Wer Künstliche Intelligenz nur als digitales Hilfsmittel sieht, übersieht die eigentliche Veränderung in unseren Betrieben. Warum das gemeinsame Gestalten eine Gratwanderung zwischen bequemer Delegation und echter Kontrolle ist.
In vielen Betrieben – ob Agentur, Handwerk oder Dienstleistung – wird gerade intensiv über neue Software diskutiert. Oft wird Künstliche Intelligenz dabei wie eine klassische App behandelt. Ein neues Hilfsmittel, das wir in unsere bestehenden Abläufe einbauen, um Zeit zu sparen.
Doch dieser Vergleich hinkt. Bis vor kurzem waren wir in unseren Teams unter uns Menschen. Heute tritt die KI als eine Art neues Gegenüber in unseren Arbeitsalltag ein. Wenn wir sie nur als Werkzeug betrachten, übersehen wir, wie tiefgreifend sie unsere Kultur und unsere Praktiken verändert.
Abschied vom reinen Werkzeug-Denken
Es ist befremdlich, wenn wir bei KI verharmlosend von einem Tool sprechen. Dieser Begriff suggeriert, dass wir die volle Kontrolle haben – wie bei einem Hammer, den wir nutzen und danach wieder in den Schrank legen.
Bei generativer KI interagieren wir jedoch mit einem System, das sich stetig weiterentwickelt. Das erfordert eine völlig andere Denkweise und Steuerungslogik von uns als Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir erleben gerade die sogenannte Post-Digitalität. Das bedeutet: Das Digitale und das Analoge sind untrennbar miteinander verschmolzen.
Die Gefahr des Einlullens
Die Zusammenarbeit mit der KI – die sogenannte Co-Konstruktion – ist eine echte Gratwanderung. Es ist verlockend leicht, sich vom System einlullen zu lassen. Besonders dann, wenn die Antworten im Chatfenster plausibel und gut klingen.
Hier stellt sich eine wichtige Frage für uns alle: Wann findet noch echtes Mitdenken statt, und wann delegieren wir unsere Arbeit nur noch bequem an die Maschine? Die entscheidende Kompetenz für die Zukunft ist es, sich gegenüber der Technik zu behaupten.
Wie wir handlungsfähig bleiben
Wir müssen erkennen, wann wir den Dialog mit der KI besser abbrechen. Zum Beispiel, wenn die Ergebnisse einseitig werden. Es hilft, folgende Punkte im Alltag zu beachten:
- Hinterfrage die Ergebnisse kritisch und nutze die KI eher als Sparringspartner.
- Wechsle bewusst die Perspektive und überlege, wie der Prozess gerade abläuft.
- Verlasse die digitale Blase regelmäßig, um die Ergebnisse mit echten Menschen im Team zu besprechen.
Die Frage ist nicht mehr, wie wir dieses neue Werkzeug für unsere alten Aufgaben nutzen. Die Frage lautet, wie wir uns in diesem neuen, digital geprägten Umfeld gemeinsam verändern wollen.
Lohnt es sich, in deinem Betrieb genauer hinzusehen, wie ihr aktuell mit KI arbeitet? Wenn du Unterstützung suchst, um diese Gratwanderung im Team sicher zu meistern, sind wir als Sparringspartner gerne für dich da. Lass uns gemeinsam herausfinden, was für euch am besten funktioniert.
Dieser Text ist eine angepasste Variante für das INQA-Coaching aus dem Themenfeld KI und Lernen aus der Artikel-Reihe „KItty Co_Lab“ von Kerstin Mayrberger auf LinkedIn. Bei Interesse ist der Ausgangsbeitrag hier nachzulesen: [Link zum Originalartikel]