Willkommen im eigenen Medienbildungsprozess: Warum wir alle gerade neu lernen
Widerstand oder Euphorie? Beides greift zu kurz. Wir stecken mitten in einem transformatorischen Prozess. Warum das anstrengend, aber gut ist – und warum wir eine „Sowohl-als-auch“-Strategie brauchen, um in dieser komplexen Situation handlungsfähig zu bleiben.
Widerstand oder Euphorie? Beides greift zu kurz. Wir stecken mitten in einem transformatorischen Prozess. Warum das anstrengend, aber gut ist – und warum wir eine „Sowohl-als-auch“-Strategie brauchen, um in dieser komplexen Situation handlungsfähig zu bleiben.
Vielleicht kennst du das aus deinem eigenen beruflichen Alltag: Seit ChatGPT und Co. auf dem Markt sind, steht kein Stein mehr auf dem anderen. Das betrifft uns alle – egal ob du eine Agentur leitest, als Handwerksmeister auf der Baustelle stehst oder Dienstleistungen anbietest.
Was wir erleben, ist purer Wandel unseres Miteinanders. Wir handeln derzeit stetig neu aus, wie wir in dieser Welt kommunizieren und arbeiten wollen. Und genau hier beginnt das, was ich als Medienbildung bezeichne. Das klingt vielleicht erst einmal nach Schule oder Universität, aber es ist genau die Kompetenz, die heute über die Zukunftsfähigkeit deines Unternehmens entscheidet.
Der digitale Alltag ist längst Realität
Es lohnt sich nicht mehr, in einem „Entweder-oder“ zu denken. Das Digitale und das Analoge existieren nicht getrennt voneinander; sie bilden gemeinsam unsere Realität. Mal kontrollieren wir die Technik, mal treibt sie uns vor sich her.
Die Reaktionen darauf reichen oft von totaler Abwehr bis hin zu blinder Begeisterung. Beides ist verständlich, aber beides hilft uns unternehmerisch nicht weiter. Der Zugang zu generativer KI ist tiefgreifend. Er verändert unser Kerngeschäft. Das löst Überforderung aus, aber auch Neugier.
Mein Eindruck aus der Arbeit mit vielen Teams ist: Wir arbeiten im selben Takt an unseren Sichtweisen, wie neue Entwicklungen passieren. Wir beobachten, wie sich unsere Praxis verändert, und reflektieren dies kritisch. Und ja, dazu gehört auch, immer wieder einen Schritt zurückzutreten und durchzuatmen.
Mut zur „Sowohl-als-auch“-Strategie
Was gerade passiert, ist im besten Fall eine kollektive Medienbildung. Willkommen im eigenen Lernprozess! Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen: Wo ergeben sich zwischen den kritischen Stimmen und den Technik-Fans neue Wege? Welche Strategie führt deinen Betrieb weiter?
Für uns fängt es ganz konkret dort an, wo wir Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen. Zum Beispiel beim Schreiben eines Angebots oder einer E-Mail:
- Was gebe ich vor?
- Was nehme ich an technischer Assistenz an?
- Wo möchte ich menschliches Feedback und wo hilft mir das Sprachmodell mehr?
Sich zum Wandel verhalten statt abwarten
Für mich steckt gerade in diesem „Sich-zum-Wandel-verhalten-Können“ eine enorme Chance. Es ist das Gegenteil von Ohnmacht. Auch wenn das Angebot an neuen Tools oft erschlagend wirkt: Wenn du dich dazu verhältst, wirst du wirksam.
Der einzige gangbare Weg, um deine Handlungsfähigkeit als Unternehmerin oder Unternehmer zu behalten, ist das selbstbewusste Weitergehen. Das können sehr kleine Schritte sein:
- Ein immer wieder Ausprobieren.
- Ein bewusstes Erleben von „Das ist mir zu viel“.
- Ein Erfolgserlebnis an anderer Stelle.
Jeder kleine Schritt im „Machen“ ist nötig, um eine bessere Basis für das kritische Nachdenken zu erhalten.
Unser Impuls für dich
Probiere aus, sammle Erfahrung, doch mache es sinnvoll. Reflektiere über dein Handeln und behalte im Blick, dass jede Anfrage Ressourcen verbraucht. Dazu gehört die anspruchsvolle Aufgabe, für sich fortwährend die Frage mitlaufen zu lassen: Wie möchte ich in Zeiten von KI selbst lernen, arbeiten und schließlich leben?
Niemand muss diesen Weg allein gehen. Wenn du Unterstützung dabei suchst, diesen Medienbildungsprozess für dich und dein Team zu gestalten, sind wir als Sparringspartner da.
Dieser Text ist eine angepasste Variante für das INQA-Coaching aus dem Themenfeld KI und Lernen aus der Artikel-Reihe „KItty Co_Lab“ von Kerstin Mayrberger auf LinkedIn. Bei Interesse ist der Ausgangsbeitrag auf LinkedIn nachzulesen.