Die Lernphase und die Zeit nach dem INQA-Coaching
Dieser Beitrag erklärt dir, wie ihr das Projekt sauber abschließt und wie ihr sicherstellt, dass der angestoßene Wandel auch ohne Coach weiterlebt
Nach drei intensiven Arbeitsphasen in der Innovationsphase biegt das INQA-Coaching auf die Zielgerade ein. Die Lernphase markiert den formalen Abschluss der Zusammenarbeit mit dem Coach. Doch wer glaubt, dass damit die Arbeit getan ist, irrt. Diese letzte Phase dient nicht dem Abheften von Akten, sondern dem Sichern der Ergebnisse und dem Übergang in die Eigenständigkeit. Dieser Beitrag erklärt dir, wie ihr das Projekt sauber abschließt und wie ihr sicherstellt, dass der angestoßene Wandel auch ohne Coach weiterlebt.
Die Lernphase: Reflektieren und Verankern
Die Lernphase umfasst üblicherweise den letzten Monat des geförderten Zeitraums. Der Fokus verschiebt sich jetzt vom „Machen“ zum „Verstehen und Sichern“. Das zentrale Ereignis dieser Phase ist die Evaluationssitzung.
Für diesen Termin, der etwa zwei Stunden dauert, kommen noch einmal alle zusammen: das Lab-Team, die Geschäftsführung und die Mitarbeitervertretung. Der Zeitpunkt ist wichtig: Wenn möglich, solltet ihr nach der letzten Arbeitsphase eine Pause von drei bis vier Wochen einlegen, bevor ihr euch zur Evaluation trefft. Dieser Abstand hilft, die Hektik des Tagesgeschäfts hinter sich zu lassen und mit klarem Kopf auf das Gesamtprojekt zu schauen.
In der Sitzung geht es um das große Ganze. Ihr schaut nicht mehr auf kleine Aufgabenpakete, sondern auf das ursprüngliche Ziel. Haben wir unser Problem gelöst? Aber noch wichtiger ist die Frage nach dem „Wie“: Wie hat sich unsere Zusammenarbeit verändert? Welche agilen Methoden haben uns geholfen, welche haben genervt? Fühlen wir uns in der Lage, so weiterzuarbeiten? Hier entscheidet sich, ob das Coaching nur ein Strohfeuer war oder der Startschuss für eine neue Unternehmenskultur.
Der Abschlussbericht: Mehr als nur Formalität
Nach der Sitzung erstellt der Coach den Abschlussbericht. Natürlich ist dieses Dokument eine Pflichtaufgabe für die Förderstelle, um die Gelder freizugeben. Aber für euch ist es mehr: Es ist euer Handbuch für die Zukunft. Der Bericht fasst zusammen, was ihr erreicht habt und welche Methoden für euch funktioniert haben. Er ist der Beweis, dass ihr Wandel gestalten könnt.
Mit der Übergabe des Berichts und der letzten Dokumentation endet die Tätigkeit des Coaches. Für diese Phase sind maximal zwei Beratungstage vorgesehen, die sich auf die Sitzung und die Berichtserstellung verteilen.
Die Abrechnung: Der letzte bürokratische Akt
Sobald die Lernphase beendet ist, wird es administrativ. Ihr müsst nun die Abrechnung im Förderportal hochladen. Hier ist Disziplin gefragt: Die Frist dafür ist das Ablaufdatum auf eurem INQA-Coaching-Scheck (exakt acht Monate nach der Erstberatung). Verpasst ihr diesen Termin, ist die Förderung futsch – egal wie erfolgreich das Projekt war. Euer Coach unterstützt euch bei den Unterlagen, aber das Hochladen und Absenden liegt in eurer Verantwortung.
Das Abschlussgespräch: Der Blick von außen
Etwa drei bis sechs Monate nach dem Ende des Coachings meldet sich die INQA-Beratungsstelle (IBS) noch einmal bei euch für ein verbindliches Abschlussgespräch. Hier sind Coach und Lab-Team meist nicht mehr dabei. Es ist ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung, der Mitarbeitervertretung und der Beratungsstelle. Es dient dazu, mit etwas zeitlichem Abstand zu prüfen, ob die Veränderungen Bestand haben. Oft gibt es hier noch wertvolle Tipps für weiterführende Förderprogramme, um den Wandel zu verstetigen.
Die Zeit danach: Vom Projekt zur Routine
Das Wichtigste kommt zum Schluss: Das INQA-Coaching ist vorbei, aber die digitale Transformation geht weiter. Das eigentliche Ziel des Programms war nie nur die Lösung des einen Problems, sondern der Aufbau von „Veränderungskompetenz“.
Ihr habt jetzt ein eingespieltes Lab-Team, das weiß, wie man Probleme in Sprints löst. Ihr habt gelernt, wie man Aufgaben plant und Ergebnisse auswertet. Nutzt diese Fähigkeit! Viele Unternehmen behalten den Vier-Wochen-Rhythmus einfach bei. Sie nehmen sich das nächste Thema vor – vielleicht aus einem anderen Gestaltungsfeld – und bearbeiten es mit denselben Methoden, nur diesmal ohne Coach.
Die Kunst besteht darin, die agilen Routinen nicht einschlafen zu lassen. Wenn ihr es schafft, das Lab-Team als dauerhaften Motor für Innovationen zu etablieren, hat sich die Investition in das INQA-Coaching vielfach ausgezahlt. Ihr seid dann nicht mehr Getriebene der Veränderung, sondern ihre Gestalter.