Die Innovationsphase im INQA-Coaching
Dieser Beitrag zeigt dir, wie dieser Rhythmus in der Innovationsphase funktioniert und was in den einzelnen Schritten passiert.
Nachdem in der Initialphase das Fundament gelegt und das Team formiert wurde, wechselt das INQA-Coaching in den Arbeitsmodus. Die Innovationsphase ist das Herzstück des gesamten Prozesses. Sie erstreckt sich über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten und ist der Ort, an dem aus abstrakten Zielen konkrete Veränderungen werden. Hier wird nicht mehr nur geplant, sondern ausprobiert, getestet und angepasst. Damit das im stressigen Tagesgeschäft nicht untergeht, gibt das Programm einen strengen, aber hilfreichen Takt vor. Dieser Beitrag zeigt dir, wie dieser Rhythmus funktioniert und was in den einzelnen Schritten passiert.
Der Takt: Arbeiten in Sprints
Die Innovationsphase ist kein langer, ununterbrochener Arbeitsblock, sondern unterteilt sich in drei klar definierte Arbeitsphasen, die man in der agilen Welt auch Sprints nennt. Jede dieser Phasen dauert ziemlich genau vier Wochen. Dieser feste Rhythmus gibt dem Team Sicherheit und sorgt dafür, dass das Projekt nicht einschläft. Jede dieser drei Runden folgt demselben Muster: Planen, Machen, Auswerten.
Der Start: Die Planungssitzung
Jeder Sprint beginnt mit einer Planungssitzung, für die ihr maximal vier Stunden einplanen solltet. Moderiert vom Coach, trifft sich hier das Lab-Team – oft gemeinsam mit der Geschäftsführung und der Mitarbeitervertretung –, um die Arbeit für den kommenden Monat zu strukturieren. Die große Herausforderung besteht darin, das übergeordnete Ziel in kleine, machbare Arbeitspakete zu zerlegen.
Hier liegt oft der Schlüssel zum Erfolg: Die Aufgaben müssen so klein geschnitten werden, dass sie im Arbeitsalltag „nebenbei“ erledigt werden können. Ein gutes Maß ist eine Bearbeitungszeit von etwa einer Stunde pro Aufgabe. Das Ziel der Sitzung ist ein konkreter Arbeitsplan, bei dem jedes Teammitglied genau weiß, was es in den nächsten vier Wochen zu tun hat. Es geht nicht darum, riesige Konzepte zu schreiben, sondern darum, kleine Experimente zu definieren, die man direkt ausprobieren kann.
Die Arbeit: Selbstorganisiert im Labor
Zwischen der Planungs- und der Auswertungssitzung liegt die eigentliche Arbeitszeit. Hier zieht sich der Coach weitgehend zurück und das Team übernimmt das Steuer. In diesen vier Wochen probiert das Lab-Team die vereinbarten Maßnahmen direkt in der Praxis aus. Das Unternehmen wird zum Labor.
Da es in dieser Zeit keine festen Termine mit dem Coach gibt, ist Selbstdisziplin gefragt. Jedes Teammitglied sollte sich fest etwa zwei Stunden pro Woche für diese Projektarbeit reservieren. Ob das Team sich zwischendurch kurz abstimmt oder jeder für sich arbeitet, bleibt euch überlassen. Wichtig ist nur, dass die Aufgaben erledigt werden und die Erfahrungen damit gesammelt werden. Es ist eine Phase des Lernens durch Tun.
Das Finale: Die Auswertungssitzung
Am Ende der vier Wochen kommt das Team zur Auswertungssitzung zusammen. Dieser Termin ist zweigeteilt und dauert insgesamt maximal drei Stunden.
Im ersten Teil, der bis zu 90 Minuten dauert, bleibt das Team unter sich (bzw. wird vom Coach moderiert). Hier werden die Ergebnisse präsentiert, aber vor allem wird die Zusammenarbeit reflektiert. Was lief gut? Wo haben wir uns behindert? Welche Aufgaben waren unrealistisch? Es gilt das Prinzip der Wertschätzung: Man geht davon aus, dass jeder sein Bestes gegeben hat. Schuldzuweisungen sind tabu, es geht um das Lernen für die nächste Runde.
Im zweiten Teil kommen die Geschäftsführung und die Mitarbeitervertretung dazu (sofern sie nicht ohnehin Teil des Teams sind). Jetzt wird der Blick geweitet: Wie wirken sich die Ergebnisse auf das gesamte Unternehmen aus? Sind wir noch auf dem richtigen Weg zum strategischen Ziel? Dieser Schulterblick sorgt dafür, dass das Projekt nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern eng an die Unternehmensrealität gekoppelt bleibt.
Besonderheiten für die Geschäftsführung
Eine Besonderheit des INQA-Coachings betrifft vor allem kleine Unternehmen, in denen die Geschäftsführung oft Teil des Lab-Teams ist. Um echte Selbstorganisation zu fördern, verlangt das Programm, dass die Geschäftsführung in einer der drei Arbeitsphasen pausiert. Das bedeutet, sie nimmt an der Planung und Auswertung teil, hält sich aber in den vier Wochen der Umsetzung komplett raus. Das zwingt das Team dazu, Verantwortung zu übernehmen, und gibt der Führungskraft die Chance, Vertrauen zu üben.
Dokumentation und Budget
Auch in dieser Phase darf die Bürokratie nicht fehlen. Nach jeder der drei Arbeitsphasen muss der Coach eine Dokumentation erstellen und fristgerecht binnen einer Woche einreichen. Das Budget für diese Phase ist mit insgesamt 7,5 Beratungstagen der größte Posten. Diese Tage verteilen sich auf die drei Sprints (jeweils für Planung, Auswertung und Dokumentation). Für euch bedeutet das: Ihr habt intensive Begleitung an den Knotenpunkten (Start und Ende des Sprints), aber dazwischen seid ihr die Macher eures eigenen Wandels.
Nach drei solchen Runden habt ihr nicht nur eine Lösung für euer Problem erarbeitet, sondern ganz nebenbei gelernt, wie man agil und eigenverantwortlich Projekte stemmt. Das ist der eigentliche Gewinn der Innovationsphase.