Das Lab-Team im INQA-Coaching
Dieser Beitrag gibt einen detaillierten Einblick in die Mechanik des zentralen Gremiums des Lab-Teams.
Ein INQA-Coaching ist keine klassische Unternehmensberatung, bei der externe Experten fertige Lösungen präsentieren. Der Erfolg dieses Programms basiert vielmehr auf der aktiven Beteiligung derjenigen, die das Unternehmen am besten kennen: den Mitarbeitenden. Im Zentrum dieses Prozesses steht eine interne Arbeitsgruppe, das sogenannte Lab-Team (oft auch Projektteam oder Lern-Labor genannt). Doch wer gehört dazu, wie arbeitet dieses Team und welche Aufgaben übernimmt es in den verschiedenen Phasen? Dieser Beitrag gibt einen detaillierten Einblick in die Mechanik dieses zentralen Gremiums.
Wer bildet das Lab-Team?
Das Lab-Team ist das operative Herzstück des INQA-Coachings. Die wichtigste Regel für seine Zusammensetzung lautet: Repräsentativität. Das Team sollte ein Spiegelbild des Unternehmens sein, damit die entwickelten Lösungen später von der gesamten Belegschaft getragen werden. Das bedeutet, dass hier nicht nur Führungskräfte sitzen, sondern Beschäftigte aus verschiedenen Abteilungen, unterschiedlichen Altersgruppen und Hierarchieebenen gemeinsam an einem Tisch arbeiten. Auch die Mitarbeitervertretung (z.B. Betriebsrat) ist ein wichtiger Partner.
Die Größe des Unternehmens spielt eine entscheidende Rolle. In Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Vollzeitäquivalenten (VZÄ) ist das Lab-Team oft identisch mit der gesamten Belegschaft inklusive der Geschäftsführung. Hier arbeiten alle gemeinsam an der Zukunft der Firma. Bei größeren KMU (ab fünf VZÄ) wird eine repräsentative Auswahl getroffen. In diesem Fall besteht das Team idealerweise nur aus Mitarbeitenden, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten, während Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung nur an den zentralen Planungs- und Auswertungssitzungen teilnehmen. Unabhängig von der Größe benötigt das Team ein klares Mandat, um eigenständig Lösungen zu entwickeln und auszuprobieren.
Der Start in der Initialphase
In der ersten Phase des Coachings, der Initialphase, formiert sich das Lab-Team. Oft geschieht dies im Rahmen der Kick-Off-Veranstaltung. Die erste Aufgabe ist das Festlegen von Spielregeln für die Zusammenarbeit: Wie kommunizieren wir? Wie gehen wir mit Konflikten um? Vertraulichkeit und Offenheit sind hierbei essenziell.
Inhaltlich konkretisiert das Team in dieser Phase das Thema. Basierend auf der vorangegangenen Themenauswahl und möglichen Experteninterviews definiert das Lab-Team das genaue Ziel für das Coaching. Es wird festgelegt, welches der sechs Gestaltungsfelder (z.B. Führung, Personalpolitik oder Arbeitsorganisation) bearbeitet wird und welche konkrete Herausforderung im Fokus steht.
Die Arbeit in der Innovationsphase
Die Innovationsphase ist die intensivste Zeit für das Lab-Team. Sie erstreckt sich über drei bis vier Monate und ist in drei Arbeitsphasen (Sprints) unterteilt. Hier ändert sich der Arbeitsmodus hin zu agilem Vorgehen.
Zu Beginn jeder Arbeitsphase trifft sich das Team zu einer Planungssitzung, um die Aufgaben für die kommenden vier Wochen festzulegen. Diese Aufgaben werden so kleinteilig zerlegt, dass jedes Teammitglied sie im Arbeitsalltag bewältigen kann – vorgesehen sind etwa zwei Stunden Projektarbeit pro Woche und Person. Die eigentliche Arbeit findet dann selbstorganisiert statt: Das Team entwickelt Lösungen, probiert neue Tools oder Prozesse direkt im „Labor“ des Unternehmensalltags aus und sammelt Erfahrungen.
Am Ende jeder Arbeitsphase steht die Auswertungssitzung. Hier präsentiert das Lab-Team seine Ergebnisse der Geschäftsführung und der Mitarbeitervertretung. Es wird reflektiert, was gut lief und wo es Hindernisse gab. Basierend auf diesem Feedback werden die Ziele für die nächste Runde angepasst. Dieser Zyklus aus Planen, Tun, Checken und Anpassen ermöglicht es dem Team, Schritt für Schritt praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die wirklich funktionieren.
Der Abschluss in der Lernphase
In der finalen Lernphase wechselt der Fokus von der Entwicklung zur Verankerung. In der Evaluationssitzung blickt das Lab-Team gemeinsam mit der Geschäftsführung auf den gesamten Prozess zurück. Es wird bewertet, ob die ursprünglichen Ziele erreicht wurden und wie effektiv die Zusammenarbeit war.
Die letzte große Aufgabe des Lab-Teams ist der Transfer. Es gilt, die erfolgreich erprobten Lösungen in feste Standards zu überführen – sei es durch neue Prozessbeschreibungen, Checklisten oder Betriebsvereinbarungen. Das Team übergibt die Ergebnisse offiziell an das Unternehmen und sorgt dafür, dass das Wissen nicht verloren geht. Oft endet hier die formale Rolle des Lab-Teams im geförderten Coaching, doch idealerweise bleibt die Gruppe als Keimzelle für weitere Innovationen bestehen und wendet die erlernte agile Arbeitsweise auf zukünftige Herausforderungen an.