Passt INQA-Coaching zu euch?
Dieser Beitrag hilft dir bei der Einordnung: Ist dein Unternehmen geeignet und welche Themen könnt ihr eigentlich im INQA-Coaching bearbeiten?
INQA-Coaching ist ein mächtiges Instrument für den Wandel, aber es ist nicht für jedes Unternehmen und jede Situation die richtige Lösung. Um von der Förderung und der Methode wirklich zu profitieren, müssen bestimmte formale Kriterien erfüllt sein, aber auch die inhaltliche Ausrichtung muss passen. Dieser Beitrag hilft dir bei der Einordnung: Ist dein Unternehmen geeignet und welche Themen könnt ihr eigentlich bearbeiten?
Die Zielgruppe: Wer wird gefördert?
Das Programm richtet sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, aber oft nicht über eigene Abteilungen für Personal- oder Organisationsentwicklung verfügen.
Die formalen Kriterien („Hard Facts“): Damit euer Antrag bewilligt wird, müsst ihr folgende Checkliste erfüllen:
- Sitz in Deutschland: Euer Unternehmen ist hier registriert und am Markt tätig.
- Bestandsdauer: Ihr seid seit mindestens zwei Jahren am Markt (nachweisbar durch zwei Jahresabschlüsse). Start-ups in der Gründungsphase sind daher zunächst ausgeschlossen.
- Personal: Ihr beschäftigt mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitkraft (oder mehrere Teilzeitkräfte, die rechnerisch eine Vollzeitstelle ergeben). Soloselbstständige ohne Angestellte oder reine Minijobber-Betriebe sind nicht förderfähig.
- KMU-Status: Ihr habt weniger als 250 Mitarbeitende und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro (bzw. eine Bilanzsumme von max. 43 Mio. Euro).
Die kulturellen Kriterien („Soft Facts“): Neben den Zahlen ist die Einstellung entscheidend. INQA-Coaching ist kein Programm, bei dem ein Berater kommt und ein Problem für euch löst. Es ist ein „Hilfe zur Selbsthilfe“-Ansatz. Dein Unternehmen ist geeignet, wenn:
- Ihr bereit seid, Zeit und Personalressourcen zu investieren.
- Ihr offen dafür seid, Mitarbeitende aktiv an der Lösungsfindung zu beteiligen.
- Ihr den Mut habt, neue, agile Arbeitsweisen auszuprobieren, auch wenn das Ergebnis am Anfang noch nicht feststeht.
Die Themen: Was kann bearbeitet werden?
Der Auslöser für ein INQA-Coaching ist immer eine Herausforderung, die durch die digitale Transformation entsteht. Das klingt abstrakt, deckt aber in der Praxis fast alle Bereiche moderner Unternehmensführung ab. Die Themen werden in sechs Gestaltungsfelder unterteilt. Wichtig ist: Ihr müsst nicht alles auf einmal lösen. Im Coaching konzentriert ihr euch auf ein konkretes Feld.
1. Neue Geschäftsmodelle & Innovationsstrategien Hier geht es um die Anpassung an den Markt.
- Beispiele: Ein Einzelhändler möchte einen Online-Shop aufbauen. Ein Dienstleister will ein Online-Buchungsportal einführen. Ein Handwerksbetrieb möchte digitale Service-Berichte für Kunden etablieren.
2. Produktionsmodell & Arbeitsorganisation Hier steht die Optimierung interner Abläufe im Fokus.
- Beispiele: Einführung eines digitalen Warenwirtschaftssystems. Umstellung auf papierlose Dokumentation in der Fertigung. Einführung von Home-Office-Lösungen und der nötigen digitalen Infrastruktur.
3. Personalpolitik, Beschäftigung & Qualifizierung Hier dreht sich alles um das Können der Mitarbeitenden.
- Beispiele: Entwicklung eines E-Learning-Konzepts für neue Software. Aufbau eines internen Mentoring-Programms für digitale Kompetenzen. Einführung neuer, digitaler Recruiting-Wege, um Fachkräfte zu finden.
4. Soziale Beziehungen & Kultur Hier geht es um das Miteinander im digitalen Zeitalter.
- Beispiele: Einführung von Tools für bessere interne Kommunikation (z.B. Team-Chat). Entwicklung von Regeln für die Erreichbarkeit im Home-Office. Etablierung einer Feedback-Kultur über digitale Kanäle.
5. Führung, berufliche Entwicklung & Karriere Hier wird die Rolle der Führungskräfte beleuchtet.
- Beispiele: Umstellung auf Führen auf Distanz bei hybriden Teams. Entwicklung neuer Karrieremodelle, die lebenslanges Lernen belohnen. Abkehr von starren Hierarchien hin zu mehr Eigenverantwortung im Team.
6. Arbeitsplatz der Zukunft & Arbeitszeit Hier geht es um die physischen und zeitlichen Rahmenbedingungen.
- Beispiele: Gestaltung flexibler Arbeitszeitmodelle mit digitaler Zeiterfassung. Einrichtung von Desk-Sharing-Konzepten im Büro. Lösungen für den sicheren Zugriff auf Daten von unterwegs (z.B. Baustelle).
Wenn ihr euch in einem dieser Themen wiederfindet und die formalen Kriterien erfüllt, ist INQA-Coaching wahrscheinlich der passende Rahmen, um eure Herausforderung strukturiert und gefördert anzugehen.